Donnerstag, 28. August 2014

Der richtige Tag für den "Patchwork-Ta-dah"-Moment

Wie beim Rennen scheint man beim Nähen mit der Zeit Mühsames, Um- und Irrwege zu vergessen. Nach dem Zusammennähen der Vorderseite für die neue Patchwork-Decke hatte ich erwartet, dass das Steppen - und damit das Verbinden von "Top" und "Back" - im Nu zu bewältigen wäre ...



Doch schon beim Heften vergingen Stunden. Diesmal wollte ich es mir ersparen, über 300 Startnummern-Sicherheitsnadeln zu öffnen, einzustecken und wieder zu schliessen, was einiges an Zeit in Anspruch nimmt (im Gegensatz zum letzten Patchwork-Decken-Projekt). So nähte ich die Lagen provisorisch mit Fadenschlag zusammen. Beim Maschinen-Steppen verschoben sich jedoch die Schichten gegeneinander ... 
Doppelt geheftet hält besser - die Startnummern-Nadeln kamen doch noch zum Einsatz - und zwar sämtliche, die wir in unserer Laufkarriere zusammengetragen haben!

Wie sanft man beim Absteppen entlang der einzelnen Stoff-Felder und beim Einfassen der Kante aufs "Gaspedal" der Nähmaschine treten muss, hatte ich vergessen. Mehr als Schneckentempo war nicht möglich! Alleine die letzte Steppnaht entlang der Kante um den ganzen Quilt ist 7.4 Meter lang - das sind ungefähr 2222 Stiche! Doch gestern Abend war es endlich geschafft, die letzte Ecke war gefaltet und festgesteppt!



Statt um aneinander gereihte Stiche geht es beim Training auf den München Marathon hin um Schritte. Laut Plan werden es in den zehn Vorbereitungswochen etwa 817 Kilometer - gut 800'000 Schritte werden.

Jene 10'350 Schritte, die ich heute während 57:28 Minuten über 12 Kilometer beim Mitteltempo-Training zurücklegte, scheinen mir mühsamer, als ich es von den selben Einheiten bei früheren Vorbereitungen mit dem 3:15-Stunden-Marathon-Plan in Erinnerung habe. Und die letzte solche ist eineinhalb Jahre lang her - exakt so lange wie das letzte grosse Patchwork Projekt.
Wenn ich aber genauer überlege, waren die ersten vier, fünf Wochen des Aufbautraining immer ermüdend und harzig, bis ein erstes, etwas höheres Fitness-Level erreicht war. Obwohl es mehrere Gründe für das angestrengte Laufgefühl gibt (mich plagt eine Migräne, und der Jüngste brauchte letzte Nacht Betreuung wegen hohen Fiebers), blitzen an jedem Hügel, der mir heute beim Mitteltempo-Training im Weg liegt, leise Zweifel auf ... 


Umso mehr freue ich mich auf eine ruhige Lese-Siesta auf der neuen Decke. Kater Findus möchte das neue, kuschelige Stück für sich beanspruchen. 



Er überlässt mir die Decke nach seinem Mittagsschlaf doch für die "Ta-dah"-Fotos und eine kurze Lese-Pause.




Wie wird wohl der "Ta-dah"-Post nach dem München Marathon aussehen?

12 km Mitteltempo 57.28 Min. 4:47 Min./km / Puls 154
in 17.1 km 5:00 Min./km / Puls 147
+/- 150 hm / 12° schön, 100 % Luftfeuchtigkeit, sanfter S-Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/576803363

Patchworkdecke 160 x 220 cm /266 Einzelteile 
4 Meter Patchworkstoff
"Ring a Roses - Sommer Loft" von Gütermann
und ein paar Reststücke aus meiner Stoffkiste
 
2.5 Meter Baumwollflanell (Rückseite)
ca. 350 m Faden
Freizeit einer Woche

Kommentare:

  1. Liebe Marianne,
    welch eine wundervolle Decke! Meine Glückwünsche, zur Ausdauer und auch zum perfekten Ergebnis! Ich habe mir gerade auch nochmals das 2013-er-Projekt angeschaut, ich finde, solche selbst und mit viel Liebe genähten Decken strahlen eine besondere Heimeligkeit aus. Hätte ich Zeit, würde ich so etwas auch gerne einmal angehen. Sehe ich richtig, Du hast die neue Decke auf eine Fleece-Decke aufgenäht? Mit oder ohne zusätzliches Vlies? Ich habe zwar noch nie gepatchworked, aber für den Fall des Falles setze ich mich durchaus schonmal mit der Technik auseinander...
    Erstaunlich, dass Dein Laufgefühl gerade nicht so toll war, wo Du doch auch schon sehr schöne Lauferlebnisse zuletzt hattest. Mit den Rahmenbedingungen ist es doch aber erklärlich, würde ich sagen.
    Mit München das wird, da habe ich bei Euch KEINERLEI Zweifel!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke
      Danke für deine Glückwünsche! Es freut mich, dass dir das neueste Werk gefällt.
      Da die Decke wie Nr. 1 per Flieger in den Norden reisen wird, sollte sie möglichst kompakt werden. Und da ich ohne die Verwendung von synthetischem Material arbeiten wollte, habe ich für die Rückseite ein Baumwoll-Fleece (Molton / Moll) gewählt und auf ein Volumen-Vlies verzichtet.
      In den rekordwarmen nordischen Sommerferien habe ich oft unter der blauen Patchwork-Decke geschlafen, und das war einfach herrlich. Nun freue ich mich darauf, eine eigene zu haben :-)
      Eigentlich müssten wir nach 31 Marathon-Vorbereitungen wissen, dass die Trainings-Wochen nie ganz ohne Tiefs verlaufen ;-) Und doch lässt jede harzigere Einheit wieder von Neuem ??? aufkommen ;-)
      Ich werde mal so gut es geht, unverkrampft und ohne grosse Erwartungen am Plan festhalten und mich am Tag X überraschen lassen.
      Liebe Grüsse und danke für deine Zuversicht!
      Marianne

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