Sonntag, 16. Februar 2014

Einmal um den See

Auf dem Weg zu einer Einladung im Zugerland nutzen wir die Gelegenheit zu einem Training am Sempachersee. Das Auto lassen wir beim Campingplatz in Sempach stehen. Ein paar Geldscheine stecken im Trinkgurt, falls uns der Weg rund um den See zu weit werden sollte und wir ein Taxi rufen müssten...


Das Wetter ist unfreundlich grau und kalt. Gegenwind erwartet uns auf den ersten 10 Kilometern.


Während wir das Städchen Sempach verlassen, fragen wir uns, ob sich auf und am Wasser so viele gefiederte Wesen tummeln, weil die Schweizerische Vogelwarte (Institut für Vogelkunde und Vogelschutz) hier ihren Sitz hat.


Der Wind hilft uns nicht, die munteren Beine im Zaum zu halten. Schnell ist die halbe See-Länge bewältigt. Andi's alte Heimat schrumpft zu einem "Swissminiatur"-Park zusammen. Distanzen, die in der Kindheit und Jugend immens schienen, sind heute im Nu bewältigt. 


Nach einer Dreiviertelstunde gelangen wir bereits zur Wallfahrts-Kapelle Mariazell, die auf einer Stirnmoräne thront...


... und den "Triechter", das Seebecken von Sursee. Die bleiche Sonnenscheibe zeigt sich kurz. Der Blick in die Alpen bleibt aber verhüllt. 


An der Suhre, dem Nebenflüsschen der Aare, das aus dem Sempachersee entspringt, gucken wir in die Fischzuchtbecken. Ausser den riesigen Augen ist an den kleinen Fischchen noch erstaunlich wenig dran!


Wenn es uns schon nicht gelingt, die Pace wie geplant im Griff zu halten (5:40 Min./km), so gönnen wir uns ein paar Abstecher. Einer führt uns zu Andi's Elternhaus an der Haltestelle Oberkirch. 


Jenseits der Geleise erlauben wir uns gar ein, zwei Minuten Pause. Um die Figuren in der Kapelle der Heiligen Barbara in Ruhe zu betrachten. 




Das winzige Gotteshaus steht direkt an einer der Hauptverkehrsachsen der Schweiz (Basel-Chiasso). Alle paar Minuten brausen Schnellzüge vorbei.


Auf unserem weiteren Weg der linken Seeseite entlang geniessen wir Rückenwind-Unterstützung.


Die Strecke bleibt trotz der tristen Wetterlage attraktiv. Die Rigi, die Königin der Berge guckt aus den Wolken hervor.




Sursee liegt schon wieder weit zurück. Langsam geht die Energie aus, denn so flach, wie man einen Uferweg erwartet ist dieser keineswegs. Jetzt ist mir klar, weshalb ich den Halbmarathon-Wettkampf um den Sempachersee 2012 als anspruchsvoll erlebt hatte.



Nach 19.5 Kilometern ist die Sempachersee-Umrundung geschafft.


Damit aus diesem Training mindestens ein Halbmarathon werde, machen wir uns noch zum Stadttor vom Sempach auf und entdecken dabei, in welch luftiger Höhe Graureiher ihre Nester errichten.


Zufrieden mit diesem unterhaltsamen Sonntagslauf stärken wir uns in der nahen Raststätte mit einer Riesenportion Pasta und Salat.

Sonnigere Bilder aus Sempach gibt es im Post vom Hellenbardenlauf 2012 zu sehen.

22.5 km Longrun 5:30 Min./km / Puls 135
+/- 70 hm / 5° leichter Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/446212420

Kommentare:

  1. Hallo Marianne,

    ach, wie gut, dass ihr zuerst mit Gegenwind losgelaufen seid. Andersherum mag ich das garnicht. Wenn man dann verschwitzt eine ordentliche Brise Wind abbekommt und anfängt zu frösteln.
    Aber ansonsten ist das natürlich auch wieder eine 1A Laufumgebung :)

    Markus

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Markus
      Wenn ich die Wahl habe, lasse ich mich auch lieber auf dem Heimweg schieben, als auf den ersten Kilometern. Die Seeumrundung liess sich gut umplanen, obwohl wir eigentlich gemäss der Sempacherseelauf-Strecke am anderen Ende des Sees hatten starten wollen.
      Zuhause haben wir oft zu Beginn Nordwind-Widerstand. Bei den Tempo-Trainings finde ich das allerdings schwierig. Meist stecken wir zu viel Energie in die erste Streckenhälfte - wollen die geplante Pace trotz Gegenwind erreichen - und zum Schluss wird die Durchschnittsgeschwindigkeit doch viel zu schnell ;-)
      Gruss Marianne

      Löschen
  2. Hallo Marianne,
    ein schöner Lauf, wie mir scheint. Viel zu sehen gab es ja und am Ende sogar doch noch einen kleinen Ausschnitt der Alpen! ganz besonders erfreut mich das letzte Bild, warum hängen denn dort Bänder quer über der Straße in unseren deutschen Nationalfarben...? Pasta und Salat hattet Ihr Euch auf alle Fälle wohl verdient!
    Liebe Grüße
    Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Elke
      Wir haben diesen abwechslungsreichen Longrun sehr genossen und kommen immer mehr auf den Geschmack, unsere ausgetretene Heimrunde für die langen Touren zu verlassen. Dabei kommt Ferien-Stimmung auf.
      Liebe Elke - die schwarz-rot-goldenen Bänder in der Altstadt von Sempach haben weder etwas mit dem gleichfarbigen Outfit von Andi zu tun, noch mit eurer Nationalflagge :-) Die Fastnacht ist es, welche bunte Farbtupfer ins winterliche Grau bring ;-)
      Liebe Grüsse Marianne

      Löschen