Donnerstag, 10. September 2015

Langstrecken-Biken und Laufpause

Bereits seit drei Wochen haben wir die Sonntags-Longruns durch lange Ausfahrten per Bike ersetzt. Die rot ausgeschilderten Radrouten machen uns den Verzicht einfach. Kennt man sein Ziel, kann man getrost den Wegweisern folgen und sicher sein, dass man möglichst auf Nebenwegen durch sehenswerte Gegenden gelotst wird!

Am 30.8. starten wir noch bei Dunkelheit. Sursee, das Städchen am Sempachersee wollen wir diesmal über die Mittelländer Hügelroute erreichen (Regionale Route Nr. 84 von Veloland Schweiz).



Bis nach Kirchberg kennen wir die Gegend vom Laufen her und können auf bekannten Wegen dem fantastischen Sonnenaufgang entgegen rollen.


Dort hilft uns ein Info-Punkt samt Karte weiter. Nach einem Abstecher auf den Alten Bernerweg (Route Nr. 34) machen wir in Niederösch einen Schwenker nach Wynigen. Hier kann unsere Reise auf der Mittelländer Hügelroute beginnen.



Erst ist von Hügeln nicht viel zu spüren. Gemütlich radeln wir durchs sonnendurchflutete Tal der Önz. Der Weg führt durch Bollodingen und Bettenhausen - Ortschaften, deren Namen wir noch nie gehört hatten.


Vor Langenthal wird die Strecke ihrem Namen dann gerecht. Die Steigungen sind aber mild, und die hügelige Fahrt beschert uns wunderschöne Ausblicke übers Mittelland bis zur Jurakette.


Am Bahnhof von Langenthal haben wir gut die Marathon-Strecke geschafft - Zeit für ein Frühstück, danach sind wir gewappnet für die restlichen 38 Kilometer.


Vorbei am Kloster von St. Urban gehts nach Pfaffnau. Hier haben sich die höhenmeterreichsten Passagen versteckt.





Auf eine weite Hochebene folgt die schwungvolle Abfahrt durch den "Martinsgrabe", die uns zur Autobahn A2 bringt.



Meist ausser Seh- und Hörweite der Hauptverkehrsachse leiten uns die roten Schilder flussafwärts der Wigger entlang durchs gleichnamige Tal. Eindrucksvolle, alte Bauernhöfe und das Naturschutzgebiet "Undermoos" liegen an unserem Weg.




Und die Aussicht nach dem letzten anstrengenden Anstieg ist eine tolle Belohnung. Vor den berühmten Ausflugsbergen Rigi und Pilatus glitzert der Sempachersee in der Sonne, und bis an den gedeckten Tisch bei Andis Eltern ist es nicht mehr weit.


85.7 km lange Biketour 20.3 km/h / Puls 127
+ 675 hm / - 705 hm, 18-30° schön, sanfter OSO-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/882333858


Bis vor einer Woche dachten wir trotz Rückenschmerzen (Folgen einer Diskushernien-Operation 2007) und Plantarsehnenreizung (Andi) an einem Lauftraining pro Woche festhalten zu können. Und am Montag startete ich mit neun motivierten Frauen zu Fuss zu einem, lange in Aussicht gestellten Laufkurs ... 

Doch es macht keinen Spass bei jedem Schritt Einschränkungen und Schmerzen zu spüren. Und auf lange Sicht wird die Heilung wahrscheinlich verzögert. So haben wir uns nun zur Laufpause entschieden.

Definitiv ausschlaggebend war, dass ich auf ein Interview mit dem schwedischen Top-Ultraläufer Jonas Buud stiess. Er hat u.a. die Königsdisziplin des Swissalpine (K78) bereits achtmal in Serie gewonnen.
In seinem Becken war nach der 100 km-WM Ende November ein Haarriss entdeckt worden, und die Ärzte sagten ein Jahr Abwesenheit vom Sport voraus ...
Er nahm den weiten Weg in Angriff - zuerst mit leichter Physio und Rumpfkraft-Übungen. Es folgten im Winter Langstrecken-Fahrten auf dem Hometrainier, welcher Tour de France-Passagen simulierte. Erst im April waren erste Laufschritte möglich - 5 x 1 Minute - welch vorbildlich sanfter Einstieg für einen Ultraläufer, der sich gewohnt ist über sechs Stunden zu laufen!
Im Mai gelangen 40 Lauf-Minuten am Stück - und bereits Ende August konnte Jonas Buud einen magischen Rekord-Sieg bei der Sommerausgabe des Vasalaufes dem "Ultravasan" über 90 km feiern! Er bewältigte die anspruchsvolle, hügelige Strecke, die oft auf Holzplanken durch Moore verläuft in 5:45 Stunden - im unvorstellbaren 3:50 Min./km Schnitt!



Rekorde möchten wir keine mehr brechen, jedoch unbedingt die Marathondistanz wieder bewältigen! 
Mit dem Umsteigen auf die Mountainbikes sind wir wohl vorerst auf einem guten Weg. Ob unsere hügelige Abendrunde über den nahen Frienisberg und den Schüpbberg der Tour de France-Strecke nur annähernd ähnelt, wissen wir nicht - schön ist sie auf jeden Fall - und sie tröstet darüber hinweg, dass die Laufschuhe im Schrank bleiben müssen! 

Donnerstag, 3. September
23.4 km 19.6 km/h / Puls 115
+/- 330 hm, 18° bedeckt, sanfter WNW-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/886863860





Dienstag, 8. September 
23.3 km 18.8 km/h / Puls 111
+/- 345 hm, 21° schön, starker O-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/892240210

Kommentare:

  1. Liebe Marianne, lieber Andi,
    ja wir Läufer spüren wohl eher in unseren Körper hinein und wissen eine ungeschmälerte Gesundheit zu schätzen. Und wenn dem nicht so ist, gilt es, die rechten Massnahmen zu ergreifen, nicht zu überziehen. Geduld ist denke ich mal das Zauberwort, wie Du es auch bei Jonas Buud beschreibst. Zu früh wieder einzusteigen, wirft einen eher zurück. Und ihr habt ja ein so schönes Radfahrrevier und auch Elliptigo ist immer eine Alternative. Sicher wird Deine Laufgruppe dann auch bald voll auf Dich bauen können!
    Also gute Besserung für Euch beide und herzliche Grüsse aus dem Oberland!
    Elke

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    1. Liebe Elke
      Schwierig ist nur, den richtigen Zeitpunkt zum Anziehen der "Handbremse" nicht zu verpassen. So oft zwickt doch ein Muskel, klemmt ein Wirbel oder kratzt es im Hals - und oft vergehen die Wehwechen wieder, ohne viel Mühe. Pausen sind nicht attraktiv, wenn man das Laufen liebt. Und wir neigen wohl alle dazu, erst zu (ge)horchen, wenn es schon zu spät ist ;-)
      Zum Glück gibt es viele ermutigende Beispiele, dass Ruhe und Geduld sich lohnen. Jonas Buud wurde gestern Weltmeister über 100 km!
      Rollend durch die Landschaft zu streifen hat auch was - hoffentlich macht das Wetter noch lange genug mit!
      Meine Laufkurs-Läuferinnen werde ich auch per Bike begleiten können. Und bald stehen uns auch noch ein paar Tage Ferien bevor.
      Danke für die guten Wünsche und Oberland-Grüsse.
      Liebe Grüsse
      Marianne

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  2. Schöne, lange Radtouren zu Orten an denen man zu Fuss eher selten kommt. Genau mein Ding. Aber eben nur als Ausgleich und nicht ausschließlich :)

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    1. Hallo Markus
      Ja, dass wir durch das Radeln unser Revier ausdehnen können ist interessant und spannend, wenn wir auch hoffen, dass die Mountainbikes bald wieder (nur) als Alternativ-Trainingsgerät dienen werden ;-)
      Liebe Grüsse
      Marianne

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