Samstag, 2. Mai 2015

Eine Zerrung?

Direkt aus dem Bett in die Laufschuhe zu schlüpfen, das habe ich schon lange nicht mehr gewagt. Doch der volle Terminkalender legt dies am Mittwoch um 5 Uhr früh nahe. Die ersten Kilometer durch die Dunkelheit fühlen sich zäh an, obwohl ich die frische Morgenkühle schätze.
Noch bervor sich am Horizont ein fahler Streifen Morgenrot ausdehnt, singen die Lerchen bereits im Steigflug über den Feldern. Nach 20 Minuten haben wir einen angenehmen Trott gefunden. Zum ersten Mal seit Wochen fühle ich mich beim Laufen wie befreit. Die Schritte sind elastisch, und die Beine lassen sich nicht zügeln, die vorgegebene 6er Pace einzuhalten.


Als wir nach 10 Kilometern wenden, geht langsam die Sonne auf, der Himmel glüht, die Felder sind nach der klaren Nacht noch mit Raureif bedeckt, und in den Senken liegen mystische Nebelbänke.



Das gute Laufgefühl ist auch nach 18 Kilometern noch da, und ich freue mich, dass unser nächstes Ziel, der Stockholm Marathon nun wirklich greifbar scheint!
 Kaum 200 Meter von zuhause entfernt schiesst wie aus heiterem Himmel ein stechender Schmerz durch meinen hinteren Oberschenkel. Wie vom Blitz getroffen humple ich noch zwei, drei Schritte weiter und muss dann stehen bleiben. Vorsichtiges Dehnen bringt nicht viel, und mit dem Gefühl, eine Zerrung eingefangen zu haben, jogge ich so vorsichtig es geht die letzten Meter bis zur Haustüre.

18 km lockerer Lauf 5:36 Min./km / Puls 137
+/- 160 hm / 1° schön, sanfter NO-Wind


Der Schmerz in den Hamstrings ist im Alltag ständig dumpf zu spüren, und ich werde dauernd erinnert dranzubleiben mit Dehnen und Triggerpunkte Ausmassieren. Da ich noch nie eine Zerrung hatte, wächst die Hoffnung, dass das Ziehen, welches sich nun vom Gesäss bis in die Wade erstreckt "nur" ein Pseudoischias ist und sich durch das Lösen der Triggerpunkte (mit Tennis- bzw. Gummiball) in der tiefen Gesässmuskulatur und dem "Piriformis" beheben lässt.

Beim Einlaufen vor dem Mitteltempo-Training humple ich am Donnerstag immer noch ein wenig und gewöhne mich schon an den Gedanken, unverrichteter Dinge den kürzesten Weg nach Hause einzuschlagen.
Kurz ein paar Schritte im Mitteltempo zu laufen, möchte ich trotzdem versuchen. Und siehe da - wie wenn durch die Beschleunigung ein Schalter umgelegt worden wäre, sind die Schmerzen von einem Moment zum anderen praktisch weg. Von Kilometer zu Kilometer wird die Muskulatur wieder geschmeidiger. Und das Tempo-Training fällt deutlich besser aus als die selbe Einheit vor zwei Wochen. So schön, dass der Körper wieder positiv auf die Trainingsreize reagiert!


10 km Mitteltempo 51:40 Min. / 5:10 Min./km / Puls 155
in 17.1 km 5:24 Min./km / Puls 149
+/- 145 hm / 15° bedeckt, 14 km/h W-Wind
Track https://connect.garmin.com/modern/activity/761201089


Da wir morgen einen ganz speziellen Longrun vorhaben, unternehme ich heute ein kurzes, lockeres Testläufchen um den Hardwald. Der Oberschenkel meldet sich nicht mehr, und ich kann unter beeindruckenden Wolkenbildern unbeschwert eintauchen in den intensiven Raps-Duft und das fantastische Frühlingsgrün.





7.1 km lockerer Lauf 5:51 Min./km / Puls 137
+/- 55 hm / 14° schön, leicht bedeckt, sanfter SW-Wind

Kommentare:

  1. Liebe Marianne,
    huch, einen Schreck jagst Du mir ein...! Dann hoffe ich sehr , dass es sich wieder gibt... Wunderschöne Morgenstimmungen hast Du eingefangen, hach...!
    Ich wünsche ein einen schönen Special-Run!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke
      Erschrocken bin ich auch, als der Schmerz wie ein Stich durch mein Bein schoss - ich dachte schon, dass es das nun war mit dem Stockholm Marathon!
      Doppelt dankbar bin ich, dass das Probelm wie weggeblasen scheint - ja, es ist fantastisch bei wechselndem Licht und Wetter durch die Landschaft zu streifen.
      Danke für die guten Special-Run Wünsche - er war in vielen Dingen überraschend.
      Liebe Grüsse
      Marianne

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