Montag, 8. September 2014

Kuraufenthalt statt Trainingslager

Eigentlich stünde die umfangreichste Trainingswoche vor dem München Marathon auf dem Programm. Und wir hatten vor, uns diesen annähernd 100 Kilometer in aller Ruhe in den Ferien im geliebten Lappland zu widmen ...
Die akuten Gesundheitsprobleme, die mich beim Berglauftraining auf dem Weg nach Wengen überfallen hatten, stellten sich tags darauf jedoch als Lungenentzündung heraus. Die sofort verordnete Antibiotikakur wirkte nicht richtig, so muss ich seit letztem Donnerstag während zehn Tagen gleich zwei verschiedene dieser Präparate schlucken. Seither geht es aber rasant aufwärts, der Husten ist schon fast abgeklungen. An Laufen mag ich aber noch nicht denken. Sobald ich mich anstrenge, erinnert mich der Körper mit Schweissausbrüchen daran, dass er noch etwas Erholungszeit brauche. Andi leistet mir beim Pausieren Gesellschaft, da er immer noch mit Knieproblemen zu kämpfen hat.

Gestern reisten wir trotzdem nordwärts und landeten bei Vollmondschein im noch spätsommerlich warmen Lycksele.


Statt eines "Trainingslagers" nutzen wir diese Woche zum Kurieren. Das milde Wetter lockt uns nach draussen, und erfreulicherweise reicht die Energie zum gemütlichen Radeln. Die Waldluft tut gut, und der nordschwedische Herbst, den wir zum ersten Mal erleben, verwöhnt uns mit allerlei Naturschönheiten.


Märchenhaft getupfte Fliegenpilze sind ein ganz gewöhnlicher Anblick, und die Weidenröschen haben sich in feuerrote Stauden verwandelt, die flaumige Samen tragen.


Am Nachmittag wandern wir auf schmalen Trampelpfaden dem Tannbäcken entlang. Wo wir im Sommer ruderten und paddelten, färbt sich langsam das Laub bunt.






Für den Fall der Fälle, dass wir Preiselbeeren finden sollten, tragen wir unsere Beerenpflücker mit. Die sonnenexponierten Südhänge des Tannbäcken sind voll dieser Zwergsträucher, und sie tragen so reichlich Früchte, dass wir zurück zuhause drei Liter der leuchten roten, vitaminreichen und entzündungshemmenden Beeren zu Konfiture verarbeiten können (sie sind vor allem als hervorragende Arznei gegen Harnwegsinfekte bekannt, sollen aber auch bei Fieber, Erkältung und Husten helfen). 





Während die Konfi kocht, verscheucht der sanfte Abendwind alle Wolken, so dass wir unser Abendbrot draussen über dem Feuer zubereiten können. Auch ohne "Training" werden wir müde und glücklich ins Bett sinken.


Kommentare:

  1. Danke für diese wunderschönen Eindrücke! Da bekommt man richtig Lust auf Urlaub!

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    1. Hallo Markus
      Bitte gern geschehen - ja, hier ist jede Jahreszeit faszinierend.
      Gruss Marianne

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  2. Liebe Marianne,
    ich bin sicher, dass Euch die wunderbare Landschaft und die Ruhe, die Ihr Euch gönnen könnte, sehr bei der beiderseitigen Regeneration helfen werden. Ach, schon blöd für Dich, aber manchmal kommt es eben anders als man denkt, und man muss dann damit umgehen. Erstmal gute Besserung und erhol und heilsame Tage dort oben!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Liebe Elke,
      Danke für deine guten Wünsche. Es wird schon wieder!
      Dass wir uns genau jetzt eine ruhige Woche nehmen können ist herrlich. Und dass ich/wir wahrscheinlich auf den Marathon werden verzichten müssen, das schlägt gar keine so hohen Gefühlswellen. Es ist wie es ist! Wir hatten im Sommer eine sehr aktive Zeit, nun muss eben mal Pause sein - und Marathons gibt es hoffentlich noch viele andere ;-)
      Liebe Grüsse
      Marianne

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  3. Liebe Marianne, sehr schöne Bilder und gestochen scharf! Was hast du eigentlich für eine Kamera? Super, dass du dich so gut erholst und der Husten abklingt! Komm nur nicht auf die Idee, die Küche zu putzen :)) ! Wünsche euch ganz schöne Tage und ein Trainingslager einmal auf eine andere Art! Liebe Grüsse Fränzi

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    1. Danke liebe Fränzi
      Beim Training trage ich eine kleine Sony Cyber-shot mit. Und für die Landschaftsaufnahmen benutze ich die Canon EOS 6D.
      Die frische Luft und die Ruhe tun wirklich sehr gut. Keine Angst, die Küche hat noch keine grosse Putzaktion nötig wenn wir auch literweise die Beeren-Schätze aus der Natur am Verwerten sind. Aber Preiselbeeren sollen ja die reinste Medizin sein ;-)
      Liebe Grüsse und schönes Training morgen!
      Marianne

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