Montag, 22. September 2014

Doch nicht "mit links"

Wenn ich mich auch im Alltag wieder kerngesund fühle, so lässt sich die Erholung von der Lungenentzündung und der Wiedereinstieg ins Training doch nicht so leicht unter einen Hut bringen, wie ich noch letzte Woche erwartet hatte.

Am Samstag kam ich erst gegen Mittag zum Laufen, die Sonne stand schon hoch am Himmel und die Wärme liess den Puls so rasch klettern, dass ich es beim lockeren Absolvieren der geplanten Distanz bewenden liess.


Ich hoffte der zweite Teil unserer Herbstferien, den wir zusammen mit unserem Jüngsten wie gewohnt auf der Insel Elba verbringen, würde mich wieder gut und sicher im Training Fuss fassen lassen.



Die letzten feuchten Wolken-Ausläufer eines Scirocco-Südwind-Unwetters stauten sich gestern Abend über der Insel und bescherten uns einen zauberhaften, farbenfrohen Sonnenuntergang. 


Heute morgen war es bedeckt. Ich freute mich, mein Training im "Schatten" unterbringen zu können. Beim Einlaufen fühlte ich mich energiegeladen, und der Puls schien ruhig genug, um für den 14 Kilometer-Block ein Tempo von ungefähr 5:15 Min./km wählen zu können. 

Um Höhenmeter möglichst zu vermeiden, verkniff ich mir einen Ausflug zum nahen Aussichtspunkt auf dem Pinienkap und lief auf der annähernd flachen Strasse hinter dem Strand und den Campingplätzen von Lacona hin und her. 
Der harzige Duft der Pinien begleitete mich auch auf der Ebene, ich streifte reifen Fenchel-Dolden, rosa blühendem Oleander und taunassem, hochgewachsenem Bambus entlang und die feuchten, tief hängenden Wolken wurden nun von der Morgensonne rosa beleuchtet.

Die bereits zur frühen Stunde tropisch scheinende Wärme forderte nach der Hälfte des Trainings aber ihren Tribut. Meine Beine wurden schwer und immer schwerer und machten mir deutlich, dass ich noch über keinerlei Reserven verfüge ...


Nach diesem Lauf glaube ich, dass es wenig Sinn macht, an der Marathon-Teilnahme festzuhalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es mit vier bis fünf weiteren längeren Läufen gelingen wird, wieder so gut in Form zu kommen, dass ich einen Marathon problemlos und ohne Energiekrise werde durchstehen können. Ich habe zu grossen Respekt die Gesundheit zu gefährden.

Im Nachhinein betrachtet hätte ich heute Morgen Andi besser auf einer lockeren Bike-Tour begleitet. Sein Knie scheint sich ohne Lauftraining gut zu erholen.
Auf höhenmeterreiche Wandertouren müssen wir dieses Jahr trotzdem verzichten. Gemütliches Spazieren ist aber möglich, und der Ausflug zur Wallfahrtskirche Madonna del Monte samt dem Brunnen aus dem seit dem 17. Jahrhundert "das reinste Wasser" des höchsten Inselbergs sprudeln soll, hat Tradition.






Seit 16 Jahren waren wir jedes Jahr hier zu Besuch, und doch finden wir diesmal einen neuen Weg zurück zum Bergdorf Marciana Alta ... 



... und auch in der seit 1951 selbständigen Nachbargemeinde Marciana Marina finden wir unten am Meer uns noch unbekannte Gassen.



14 km Mitteltempo 5:11.5 Min./km / Puls 152.9
in 18.5 km 5:18 Min./km / Puls 149
+/- 45 hm / 21° tropisch feuchtheiss, bedeckt
Track http://connect.garmin.com/activity/596545389

Samstag
16.3 km lockerer Lauf 5:38 Min./km / Puls 141
+/- 115 hm / 22° schön, schwülwarm, leichter SW-Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/594536137

Kommentare:

  1. Liebe Marianne,
    ach, schon wieder Bilder zum Dahinschmezen...! Wunderschön der Sonnenuntergang, und diese bezaubernden Gässchen!
    Aber gib bitte bitte auf Dich acht! Diesen "schwankenden Widereinstieg" hatte ich auch nach meiner schweren Grippe. Es ist nicht nur so, dass man Trainingseinheiten verpasste, sondern der Körper musste auch viel Energie in die Genesung stecken, so dass er auch dadurch geschwächt ist. Kein Wunder, wenn es also bei etwas fordernderen Bedingungen wie Wärme nicht so klappt. Mach langsam! Was München angeht ist es sicher richtig, Deine üblichen Zeiten nicht anzustreben. Aber ein gaaanz gemütlicher Marathon, ähm, hüstel, so in meinem Zeitbereich, wäre vielleicht drin?
    Liebe Grüße und gute Erholung!
    Elke

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    1. Liebe Elke
      Elba ist immer gut, um vor dem Winter ein bisschen Meeresluft und Wärme zu tanken, und wenn man nicht nur am Strand sitzt, bietet die zu grossen Teilen unter Naturschutz stehende Insel wunderschöne Eindrücke.
      Es ist beruhigend zu hören, dass du nach der Virusgrippe auch ein "Auf und Ab" erlebt hast beim Wiedereinstieg. Seit ich laufe hatte ich noch nie eine solch heftige Infektion. Vielleicht hatte ich zu hohe Erwartungen, was die Regenerationszeit anbelangt und eventuell muss ich die Flinte doch noch nicht ins Korn werfen (oder die Axt in den See - wie die Schweden sagen)?
      Ich habs gestern noch einen Versuch mit "gemütlicherem" Tempo gewagt ;-) Danke für die Ermutigung! Es "lief" gar nicht so schlecht!
      Liebe Grüsse
      Marianne

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