Samstag, 30. August 2014

Lauterbrunnen - Kleine Scheidegg

Dieses Jahr werden wir nicht am Jungfrau Marathon teilnehmen. Dennoch hatten wir schon vor Wochen geplant, einen 30 km Longrun durch die zweite Hälfte dieses Berg-Marathons zu ersetzen, um Diana (lätti runners) mit den Schlüsselstellen des höhenmeter-reichen Abschnittes vertraut zu machen. 

Andi begleitet uns per Bahn, da er sein noch nicht wieder ganz fittes Knie schonen möchte. Diana und ich tauchen alleine in die noch wolkenverhangene, berühmte Bergwelt der Jungfrau-Region ein. Der Staubbachfall nieselt friedlich über die 300 Meter hohe linke Flanke des Lauterbrunnentals, Dunstwolken wabbern im Zeitlupentempo durch das tiefe Trogtal. Es zeichnet sich jedoch ein sonniger Morgen ab, manchmal enthüllen die Wolken schon den Blick auf den blauen Himmel und die rein weisse Schneepyramide des Silberhorns.


Ich freue mich schon auf Dianas Staunen, wenn wir weit oberhalb dieser Felswände bei Mettla aus dem Wald herauslaufen und Eiger, Mönch und Jungfrau vor uns sehen werden.


Die Kilometer der flachen Schlaufe durchs Lauterbrunnental fühlen sich eigenartig zäh an. Ob das an der hohen Luftfeuchtigkeit liegt? 



Zurück im Dorf geht es nach einer 90 Grad Kurve abrupt zur Sache. Die "Wand" wartet. Der steile Serpentinenweg zwingt uns zum Powerwandern. Der Wald ist nebelverhangen, es ist dabei erstaunlich warm, wir schwitzen und ich kriege kaum Luft.

Von Kurve zu Kurve werden meine Beine schwerer. Wir marschieren gemächlich und plaudern, der Puls hält sich in Grenzen. Trotzdem verspüre ich ein dumpfes Brennen in der Herzgegend, Hustenreiz kommt dazu, und als wir endlich am oberen Ende der Wand ankommen und in Wengwald wieder joggen könnten, kann ich kaum mehr in den Laufschritt wechseln, ohne dass mir dabei übel wird. Im Wechsel ist mir heiss und kalt. Fassen die Grippeviren, die seit ein paar Tagen in unserem Haushalt hausen, nun doch rasant und überwältigend Fuss in meinem Körper?


Ich muss das Training in Wengen abbrechen und bin froh, dass Andi so spontan in die Lücke springt, als ob er von vornherein vorgehabt hätte, heute auf die Kleine Scheidegg zu laufen.


Ich ziehe mich um und fahre mit der Bahn ans Ziel. Im Zug ist es kalt, da die Asiaten mit ihren Tablets an den offenen Fenstern stehen und die Bergwelt festhalten. Bis mir oben angekommen bei Kaffee und Gipfeli wieder einigermassen warm wird, dauert es mehr als eine Stunde.

Das grosse Fiale dieses Trainings möchte ich nicht verpassen, so spaziere ich im Zeitlupentempo zum höchsten Punkt der Jungfrau-Marathon-Strecke, um auf Diana und Andi zu warten. Dass die Wolken die erhabenen Gipfel manchmal verhüllen, lässt einen umso mehr staunen, wenn sie sich in ihrer vollen Schönheit zeigen. 





Als ich die Lauchernfluh erreiche, sehe ich Andi und Diana schon in Richtung Moräne kraxeln. Sie sind sehr gut unterwegs und haben es bald geschafft.





Während die beiden beim Mittagessen Riesenportionen verdrücken, habe ich keinen Appetit. Und zuhause angekommen bestätigt das Thermometer den Verdacht - 39.4° Fieber - na, dann verabschiede ich mich mal für eine Weile vom Laufen ...

9.9 km Berglauf 9:05 Min./km / Puls 133
+ 540 hm / 12° leicht bedeckt, dunstig
Track http://connect.garmin.com/activity/579491782

Gestern
7.1 km Jogging 6:07 Min./km / Puls 117
+/- 60 hm / 21° schön, leichter WNW-Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/577777899

Kommentare:

  1. Liebe Marianne,
    oh nein, Dich haben Grippeviren erwischt?! Das ist übel. Hoffentlich nicht allzu stark, so dass Du bald wieder die Münchenvorbereitung aufnehmen kannst. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen!
    Ansonsten zum Lauf: Kommt mir vor, als wäre ich erst neulich da gewesen :-)
    Herzliche Grüße und rasch gute Besserung!
    Elke

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    1. Liebe Elke
      Seit ich laufe hatte ich noch nie eine Grippe. Erstaunt hat mich vor allem, dass die ganze Energie von einer Stunde zur anderen weg war. Die Laufschuhe müssen nun wohl mindestens für eine Woche in den Schrank! Danach reicht es hoffentlich noch für einen "Dabei-Sein-Marathon" ;-)
      Hab an eure Strecken-Begehung gedacht. Der Gletscher hat auch "gekalbt" ;-) Doch leider haben die Wolken das Schauspiel verdeckt!
      Danke für die guten Wünsche!
      Liebe Grüsse
      Marianne

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    2. Ui Marianne,
      wenn das so plötzlich kam, nicht dass es noch eine echte Virusgrippe wird...Dann wird es hart.
      Ich drücke die Daumen doppelt fest!!!
      Liebe Grüße
      Elke

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    3. Hallo Elke
      Es wird dauern, bis ich wieder fit bin ...
      Was mich da ausbremst ist eine Lungenentzündung!
      10 Tage mit zwei verschiedenen Antibiotika und "no sports".
      Danke für's doppelte Daumendrücken. Das kann ich sehr gut gebrauchen.
      Liebe Grüsse
      Marianne

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