Donnerstag, 26. Juni 2014

So duftet der Sommer

Die Entdecker-Lust bestimmt heute die Routenwahl. Nach halber Strecke verlassen wir das wohlbekannte Asphaltband und schlagen den Fahrweg zu einem kleinen Naturschutzgebiet ein, welches wir bei jedem Longrun sichten, aber noch nie aus der Nähe angeschaut haben. Frösche quaken in einem von hohem Schilf verdeckten Tümpel. Wir staunen, dass sich die Landschaft nur wenige hundert Meter neben der normalerweise belaufenen Strecke wie eine ganz andere, neue Welt präsentiert. Ich zücke den Fotoappart, doch der Akku ist leer ...

Wir folgen dem schattigen Weg entlang des "Unterholz"-Waldes, den wir sonst der Hügel wegen meiden. Es reut mich, dass ich die fantastische Aussicht, die vom Jura bis zu dem Alpen reicht, nicht festhalten kann.

Doch es sind nicht die Augen, die heute am meisten beeindruckt werden. Der heisse Sommerabend verwöhnt uns mit einer Duft-Symphonie ohnegleichen. Aus den Feldern steigt feucht warmer Erdgeruch auf, der sich mit dem überall präsenten Heu-Aroma mischt, und die Getreidefelder duften bereits intensiv nach Stroh. Die Linden übertreffen jedoch alles! Honigsüsse, liebliche Duft-Wolken umgeben die intensiv blühenden, von Bienen umschwärmten Bäume, und unser Lauf entlang des Waldrandes wird zu einer fantastischen Aromatherapie.

Beschwingt versuchen wir auf dem nächsten Kilometer, der einige Höhenmeter bietet, das Tempo zu halten. Wir wagen das kurze Fahrtspiel wohl wissend, dass wir es nach der Hügelkuppe bis nach Hause werden rollen lassen können.

Obwohl die Beine noch immer etwas marathon-müde sind, entschliessen wir uns unten angekommen zu einem weiteren kleinen Schlenker der untergehenden Sonne entgegen. Innerhalb von Minuten stöbern wir dabei einen Feldhasen und einen Fuchs auf und hoffen, das der Mümmelmann am Leben bleibe, sollten sich die beiden zum "Gute Nacht Sagen" treffen.


17 km hügeliger lockerer Lauf 5:39 Min./km / Puls 133
+/- 150 hm / 23° schön, schwacher Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/528986984

Kommentare:

  1. Dein Blog könnte auch gut "Genusslaufen" heißen, gäll? Du bist auch viel am Geniessen der Natur - und beim Laufen macht man immer wieder einmal tolle Begegnungen aller Art...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Chris
      Genau - zurzeit hat unser unterwegs Sein fast nur den Zweck den Sommer einzufangen und das draussen Sein zu auszukosten. Gab es schon einmal einen solch traumhaften (Früh)-Sommer?
      Nebenbei hoffen wir die Langstrecken-Lauf-Fähigkeit erhalten zu können, während wir uns eine Atempause vor dem nächsten Marathon-Training gönnen ;-)
      Gruss
      Marianne

      Löschen
  2. Liebe Marianne,
    ja ich bitte aber darum, diese Strecke nochmals mit geladenem Akku zu laufen und die wunderbare Fernsicht zu dokumentieren...;-) !
    Da es ja aber leider noch kein Duft-Internet gibt, müssen wir uns diesen Teil Deines Berichts virtuell vorstellen, was aber dank Deiner Schilderung prima gelingt. Strohduft? Dann hat Eure Natur die unsrige überholt, aber Ihr liegt ja auch näher am Äquator. Hier ist ganz gruseliges Regenwetter...
    Liebe Grüße und schönes Wochenende!
    Elke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Elke
      Hab ich deine Bitte geahnt ;-)? Heute Morgen liefen wir mit geladenem Fotoapparat - das Resultat kannst du im heutigen Blog-Eintrag sehen - leider war es nicht mehr so "sichtig" wie am Donnerstag ... Die Linden dufteten ohne Sonnen-Bescheinung auch deutlich weniger intensiv. Schön war unser etwas längeres Jogging trotzdem.
      Ja, die Natur hat sich im Turbo-Tempo entwickelt, so lange konnten wir z.B. die Stockmalven im Garten vor den Sommerferien noch nie bewundern.
      Nun ziehen ebenfalls Regenwolken auf.
      Trotz Wolken ein gemütliches, erholsames Wochenende
      Marianne

      Löschen