Sonntag, 25. Mai 2014

Hyperaktives Wochenede

Eine Besorgung führt uns am Samstag früh über die Grenze nach Deutschland, und wir verlegen unser Training an den alten Rhein. 


Nur wenige hundert Meter neben der Autobahn A5 breitet sich auf der Höhe von Weil eine überraschend schöne Auenlandschaft aus. Und unsere Tour wird unerwartet informativ.


Zwischen der Hauptverkehrsader und dem alten Rheinarm werden Hochwasser-Auffangbecken für 28 Milliarden Tonnen Wasser geschaffen. Da und dort fliesst ein Überlauf direkt über den nahe am Fluss gelegenen Betriebsweg. Wir sind gezwungen auf den Rad-Fernwanderweg auszuweichen, wollen wir nicht nasse Füsse kriegen.


Die langen Geraden verlocken uns weiter zu laufen, als wir geplant hatten.


So gelangen wir zu den Isteiner Schwellen, wo der Fluss wild zwischen Kalksteinfelsen und Kiesinseln mäandert. Niemals hätte ich erwartet, dass ein Stück des Rheins so malerisch ungebändigt dahinfliesse. 




Der Rückweg flussaufwärts und der Sonne entgegen wird lang. Meine Beine sind noch so müde vom gestrigen schnelleren Lauf, dass mir vor dem Sonntag-Longrun zu grauen beginnt.


Zurück am Ausgangspunkt überqueren wir bei Märkt doch noch schnell das mächtige Wehr und lassen uns von der Gischt nass spritzen. Hier bietet sich nämlich die Möglichkeit, bis zum schiffbaren Hauptarm des Rheins ein paar Schritte auf französischem Boden zu laufen. 



Während uns entlang der naturgeschützten Ufervegetation unablässiges Zwitschern von Teichrohrsängern, Rotkehlchen und Girlitzen begleitet hatte, schwimmen direkt beim Wehr zwei hübsche indische Streifengänse


12.5 km lockerer Lauf 5:47 Min./km / Puls 126
+/- 15 hm / 14° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/505768732

Den Sonntags-Longrun legen wir auf unserer Normalroute zurück. Es läuft zum Glück besser als erwartet, und das Wiedersehen mit dem Riesen-Eichhörnchen und dem Hambüel-Wald, den wir nur auf den längsten Läufen erreichen, macht Spass. Direkt in Jubel ausbrechen lassen uns diese 32 Kilometer aber nicht. 




Das letzte Drittel ist sehr anstrengend, und die Stopps zum Kühlen und Flaschen Auffüllen bei verschiedenen Brunnen sind willkommen.


Unser Lauf endet am Ende der Quartierstrasse beim Vorplatz unserer Freunde. Sie sind dabei ihre E-Bikes für den Ausflug zum "slowUp" bereit zu machen. Kaum haben wir ein paar Minuten durchgeatmet und geplaudert, keimt die Idee zum nächsten Abenteuer - slowUp, wir kommen - ein bisschen lockeres "Ausfahren" kann ja nicht schaden!

32.0 km Longrun 5:37 Min./km / Puls 139
+/- 225 hm / 16° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/506403665

Eine gute Stunde nach der Ankunft zuhause schwingen wir uns frisch geduscht, umgezogen und mit einem hastigen Brunch versorgt auf die Mountainbikes.  



Zwischen Solothurn und Schnottwil ist eine 46 Kilometer lange Strecke für den Verkehr gesperrt, und lädt zum Radeln, Skaten, Laufen, Handbiken etc. ein. 20'000 bewegungsfreudige Ausflügler sollen unterwegs sein. 


Wir wollen die 28 Kilometer lange Schlinge durch das Limpach- und Biberntal erkunden, welche rund um den Buecheggberg führt. In Balm bei Messen reihen wir uns in den erstaunlich dichten slowUp-Strom und fühlen uns fast ein bisschen an einen Lauf versetzt. Der erste Hügel macht aber ganz klar, dass bei diesem Event "slow" Trumpf ist!


Jedes Dorfzentrum hat sich in einen Festplatz verwandelt und lädt mit kulinarischen Köstlichkeiten, Musik, Hüpfburgen für die Kleinen, Veloservice-Stationen und vielen weiteren Attraktionen zum Verweilen ein. 


Absteigen und Schieben ist angesagt, um durch durch diese Stimmungsnester - wie hier in Schnottwil - zu kommen. 


Klein und Gross, Jung und Alt, Gelegenheitssportler und Profis erobern die landschaftlich sehr attraktive Strecke durch die ländliche, dünn besiedelte, malerische "Buechiberg"-Region.





Der Nordostwind pustet ganz schön kräftig durch das Biberntal, und die Jüngsten und die Skater sind froh um Unterstützung, wenn es aufwärts geht.



Nach der Hälfte der Buecheggberg-Umrundung hat sich der Radler-Strom verteilt, und wir wagen uns in Lüterkofen ins Getümmel der Rastenden. Ob wir nach der Pause unsere Räder wiederfinden werden?
Unsere E-bikenden Nachbarn warten hier auf uns. Bei Kaffee und frischen Erdbeeren lassen wir uns vom bunten, vorbeiziehenden Ausflügler-Strom unterhalten. Einer ist auf einem Rad à la Harley Davidson unterwegs, Hunde reisen im Veloanhänger mit, Rennkinderwagen werden skatend geschoben, und ein rasanter Rollskifahrer tut sich mit seinen langen Stöcken schwer beim Slalom-Fahren durch die Masse.

Schliesslich findet unser Ältester mit seiner Freundin trotz des Trubels zu uns, und wir nehmen zu sechst mit angenehmer Rückenwind-Unterstützung den Rest der Strecke unter die Räder.





Einmal mehr begeistert uns das Limpach-Tal, und wir hoffen, dass unser momentanes Training uns in weniger als drei Wochen hier in Oberramsern glücklich ins Ziel des Nachtmarathons führen werde.




Ein Dorf weiter schliesst sich in Balm der Kreis. Die Longrun-Schwere ist aus den Beinen gewichen, und wir haben Lust per Bike bis nach Hause zu fahren. Das erlaubt uns hoch über Messen einen Blick zurück zum Limpachtal und dem Buecheggberg, dessen Umrundung uns heute eine schöne neue Gegend hat entdecken lassen.


39.2 km Slow up um den Buecheggberg per Bike 18.9 km/h
+/- 325 hm / 19° schön
Track http://connect.garmin.com/activity/506583595

Kommentare:

  1. Uii, ganzschön sportlich unterwegs gewesen dieses Wochenende!

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    1. Das war auch nötig Markus
      Wir waren "nebenbei" noch zu zwei 50. Geburtstagen eingeladen ;-)
      Gruss Marianne

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  2. Hallo Marianne,
    genau, "hyperaktiv"! Unglaublich, wieviele km ihr sportiv am Wochenende heruntergeschrubbt habt! Chapeau! Die Slow Up-Aktivitäten bei euch finde ich klasse! Und besonders in eurer schönen Landschaft ist das ja dann auch ein Schmaus, einmal bewusst die Umgebung genießen zu können,ohne auf Autos achten zu müssen (nun gut, statt dessen auf Skater, Biker und Spaziergänger). Und dazu noch schönstes Wetter, herrlich!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Hallo Elke
      Von so vielen aktiven Kilometern hatte ich am Freitag nicht zu träumen gewagt! Die lockere Bike-Runde nach dem Longrun war keine so grosse Zusatzbelastung und hat die Beine aus dem Dauerlauf-Trott geweckt.
      Die slowUp Aktion hat mich fasziniert. Statt der erwarteten 20'000 kamen 34'000 (!) Bewegungs-Begeisterte auf die Strecke. Es ging ähnlich bunt, motivierend und fröhlich zu und her wie an einem Lauf, mit dem Unterschied, dass es diesmal nur ums Geniessen ging! (Obschon es ja eine grosse Leistung ist, eine gewisse Kilometerzahl mit den unterschiedlichsten Fortbewegungsmitteln zu schaffen!) Dass man durch die Dörfer in den kleinsten Gang wechseln musste, störte überhaupt nicht, da gab es ja Musik und die coolen Sprüche der Speaker zu hören.
      Zum Teil führte der Anlass über die Nachtmarathon-Strecke, und damit sind einige schöne Erinnerungen verbunden. Das weite Limpachtal auch am Tag ohne Verkehr erleben zu dürfen war herrlich. Und jetzt kennen wir auch das landschaftlich reizvolle Tal, auf der Rückseite des "Berges" :-).
      Liebe Grüsse
      Marianne

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  3. Aktiv
    aktiver
    am aktivsten
    ja, das gefällt mir auch
    morgens laufen
    mittags mit dem Rad unterwegs sein
    tolle Aufnahmen
    das macht Lust
    dabei zu sein
    Ja, das wäre auch mein Ding
    gelungener Tag !

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    1. Hallo Margitta
      Morgens laufen, nachmittags radeln, das gefällt uns auch sehr gut.
      Und doch kommen wir meist nur im Urlaub auf diese Idee ;-)
      Danke für die "Blumen" für die Bilder!
      Deine Lust dabei gewesen zu sein, kommt nicht von ungefähr.
      Du bist persönlich schon auf dieser Strecke unterwegs gewesen!
      (Allerdings in der anderen Richtung).
      Ja, sie waren genau dein Ding!
      Die Kilometer 32 - 35 von der Wenig-Kreuzung bis Oberramsern
      und Kilometer 72 - 77 zwischen Lüterkofen und Bibern,
      damals als du deinen ersten 100er liefst!
      Aber da war es eben Nacht ;-)
      Liebe Grüsse aus dem Seeland
      Marianne

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