Dienstag, 12. November 2013

Generalprobe überstanden

Das Mitteltempo-Training am Samstag war eigenartig "zäh" verlaufen. So rechne ich heute damit, allenfalls nur eine Runde joggen zu gehen, statt 3 x 5000 Meter im geplanten Marathon-Tempo zu laufen, sofern sich dieses nicht gut anfühlen würde.
Welches Tempo wird am 24. November überhaupt das richtige sein? Nach den vielen unrund verlaufenen Trainings der letzten Vorbereitungs-Wochen schwankt mein Bild vom nächsten Marathon (trotz des absoluten Hochs im Oktober - Bestzeit über 10 Kilometer) zwischen Start-Verzicht, Erlebnis-Lauf und und PB-Versuch...

"Mann muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu ereichen." Das Hesse-Zitat begleitet mich auch heute. Noch möchte ich meinen Traum weiter träumen (sub 4:45 Min./km zu laufen, einen winzigen Hauch schneller als bei meinem schnellsten Marathon in Edinburgh), obwohl dies zurzeit ziemlich unwirklich scheint...

Beim Starten der Uhr nehme ich mir eine abgespeckte Generalprobe vor - zwei 5 Kilometer-Abschnitte mit einem Durchschnittspuls von 153 in 4:43 Min./km zu schaffen. Nach dem Einlaufen scheinen die Beine im Vergleich zum Wochenende wie verwandelt. Das Ziehen in den "Hamstrings" ist nicht ganz verschwunden, aber es rollt wieder besser, und ich muss nicht mehr bei jedem Schritt ans Laufen denken.

Der Hochnebel lichtet sich, Flecken von blauem Himmel werden sichtbar, bald hat die Sonne fast alle feuchten Schwaden vertrieben. Unter der goldenen Mittagssonne strahlt die Herbstlandschaft farbenfroh - das ist genauso unerwartet, wie das bessere Laufgefühl. 
Ich nehme mir doch das gesamte Training vor, das einen Gesamtumfang von 20 Kilometer haben soll. Ich schaue immer seltener auf die Uhr, und ich freue mich, als mir bewusst wird, dass ich in Gedanken ganz woanders bin - durch Florenz streife. 





Santa Croce, Arno, Ponte Vecchio, Santa Maria della fiore - an diesen Sehenswürdigkeiten wird unser Marathon-Weg vorbei führen - und an vielen mehr.

Vor lauter Träumen lege ich das letzte Intervall auf eine zu hügelige Strecke und laufe insgesamt auf den Punkt genau einen Halbmarathon. Aber das bemerke ich erst, als ich diesen Lauf ins Trainings-Tagebuch eintrage...

3 x 5000 m Marathon-Tempo Intervalle 4:42 Min./km / Puls 153.9 
1. 5000 m / 23:23 Min. / 4:40.6 Min./km / Puls 150.2
2. 5000 m / 23:23 Min. / 4:40.6 Min./km / Puls 154.8 (hügelig)
3. 5000 m / 23:43 Min. / 4:44.6 Min./km / Puls 156.8 (hügelig)
in 21.1 km / 1:45:08 Stunden / 4:59 Min./km / Puls 147
+/- 160 hm / 5° leichter Hochnebel bis sonnig, leichter Wind
Track http://connect.garmin.com/activity/403319543

Kommentare:

  1. Ich an deiner Stelle würde erst früh morgens in Florenz entscheiden was für ein Lauftempo ich anschlagen würde. Oder vielleicht auch ersdt nach 3-5km wenn du in deinen Körper hineinhören kannst.
    So habe ich es in Berlin auch gemacht wo ich eigentlich nur mitrollen wollte und es genießen wollte und dann doch bis Km 39 auf neuem Bestzeitkurs war

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    1. Hallo Markus
      Danke - Das ist wohl der allerwichtigste Tipp für einen Marathon!
      Ja, die Tendenz zu schnell oder mit einer fixen Pace-Vorstellung loszurennen, werde ich nur schlecht los, obwohl ich mir an der Startlinie das Gegenteil vornehme.
      Diesmal kann es nur klappen, wenn ich das erste Drittel verhalten angehe und mich danach richte, zu welchen Abenteuern mein Körper wirklich bereit ist!
      Einen Marathon zu erleben, der sich gut anfühlt ist mir noch wichtiger, als die im Ziel gestoppte Zeit ;-)
      Gruss Marianne

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  2. Hallo Marianne,
    das tönt gut! Und die Gedanken an den bevorstehenden Lauf ganz konkret auf Plätze und Straßen zu lenken ist ja auch eine geschickte Motivation!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Hallo Elke
      Das Laufgefühl und das Vertrauen in die zurückgelegte Trainingsphase fahren noch immer Achterbahn - seit gestern habe ich aber den Eindruck wieder aus einem Tal herausgekrabbelt zu sein ;-)
      Ich bin froh, dass ich Florenz von den früheren Läufen bereits kenne wie meine Westentasche. Die wunderschöne Strecke motiviert mich schon beim Träumen, und es ist schön, während des Laufes immer wieder ein attraktives Zwischenziel zu haben :-)
      Liebe Grüsse
      Marianne

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