Dienstag, 21. Mai 2013

Alles in einem Longrun

Leuchtende Frühlings-Farben unter stahlblauem Himmel sind wieder Geschichte. 
Bleigrau hängen tief fliegende Wolken über der Landschaft und versprühen Nieselregen. Egal - beim schnellen Laufen ist leichter Regen eher angenehm.

Für den zweitletzten Notfall-Plan Longrun vor dem Stockholm Marathon haben wir uns Vieles vorgenommen: 

25 Kilometer zurücklegen,
auf der Nachtmarathon-Strecke der Bieler Lauftage laufen, 
Beine und Kreislauf mit ein wenig Tempo-Training beleben 
und so viele Höhenmeter zurücklegen, wie uns in Stockholm erwarten.


In Grossaffoltern treffen wir auf die Nachtmarathon-Strecke.
Von Scheunenberg bis Oberramsern (Ziel Nacht-Marathon) laufen wir einen 8 km Mitteltempo-Abschnitt. 
Ein bisschen Tempohärte kann nicht schaden, obwohl ich plane, die beiden nahe beieinander liegenden Marathons nur im Longrun-Tempo zu laufen.

Trainieren wir wochenlang nur langsam, klettert der Belastungspuls bei selbem Tempo von Woche zu Woche. Nun hoffe ich, dass Muskulatur und Stoffwechsel einen Anreiz bekommen haben, wieder etwas effizienter zu arbeiten!


Im Limpachtal schiebt uns der Rückenwind, während wir Oberramsern entgegen fliegen. Einfach fällt dieser erste schnellere Abschnitt seit dem Düsseldorf Marathon nicht. Da die Strecke in sanften Wellen verläuft.


Die Nieselregen-Tropfen hängen wie weisse Schleier in der Luft.



Ab Oberramsern machen wir uns auf den Heimweg quer durchs Limpachtal - Messen entgegen - dem Gegenwind entgegen - geradewegs auf eine neue Regenwand zu.





Das Gras wird vom Wind zerzaust und die Bäume rauschen fauchend im Wind. 
Um vom Talboden des Limpachtals nach Messen und zurück in unser Laufrevier zu gelangen, gilt es 100 Höhenmeter zu "erklettern". 
Bevor wir in den Wald eintauchen, blicken wir zurück. Verrückt, wie weit man in so kurzer Zeit kommen kann!




Zuhause sind wir müde. Mein rechtes Knie zwickt. Die letzten beiden Notfall-Plan-Longruns sind immer heftig - jetzt fehlt nur noch einer!
Ein regenerativ wirkendes alkoholfreies Bier reicht nicht, um den Durst zu stillen...

25 km Longrun 
5:21 Min./km
Puls 143
darin 8 km Mitteltempo 4:50 Min./km / Puls 151.7
+/- 220 hm / 14° Nieselregen und starker Westwind
Track http://connect.garmin.com/activity/316139024

Gestern
7.6 km Jogging 6:04 Min./km / Puls 123
+/- 80 hm / 11° bedeckt, starker Westwind
Track http://connect.garmin.com/activity/315415829

Kommentare:

  1. Regenwände - daran müssen wir uns die nächsten Tage wohl gewöhnen müssen. Immer noch besser als die Wand, wenn der Hammermann zuschlägt...
    Die Strecke ist ja fast zu schade, um sie beim 100-km-Lauf nachts zurückzulegen...

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    1. Solange uns keine Schneestürme entgegen blasen - oder vielleicht doch am Freitag?
      Regen-Wand-Training könnte eine gute Prophylaxe sein gegen Begegnungen mit der "Wand" bei (Halb-)Marathons?
      Die Nacht-Marathon-Strecke ist wirklich reich an schönen Perspektiven. Bin aber schon gespannt darauf, sie in der Nacht der Nächte mit anderen Sinnen zu erleben - die Grillen und Heuschrecken hatten gestern trotz Regen Orchesterprobe ;-)

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  2. Das sieht bei euch auch nicht anders aus, als bei uns, nur bei uns heute den ganzen Tag strömender Regen, Regen, Regen - trotzdem, es lohnt sich immer, die Laufschuhe anzuziehen.

    Was Ultras angeht, so kann ich es dir nur empfehlen, am besten, du fängst mit einem 6-Stunden-Lauf an. Damals habe ich mich gleich ins nasse Wasser gestürzt, bin von Marathon gleich auf 100 km Biel - und ich habe es nicht bereut, das war der Anfang - und ich bin so froh darüber, du wirst auch dort landen, wenn man so begeistert ist wie auch du !!

    Nasse Grüße von der Ostsee

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  3. Langsam stört mich der Regen nicht mehr beim Laufen - darf er auch nicht! Die Wetterprognose sieht für die nächsten 10 Tage nichts anderes vor ;-) Aber der blaue Himmel und das Licht fehlen sehr!

    Wenn du in Biel deinen 1. 100er liefst, dann warst du ja genau dort unterwegs, wo wir bei diesem Longrun trainiert haben, quasi bei uns "um die Hausecke" !!! :-)

    Bin noch zwiespältig, was Ultras angeht. Ich habe zwar mein Training in diese Richtung umgestellt. Einen konkreten (nordischen) Traum träume ich auch seit zwei Jahren. Und ich fürchte, dass dieser bald nicht mehr durchgeführt wird, wenn sich nicht noch mehr Läufer anmelden (dieses Jahr bisher 20 in 2 Startgruppen).
    Und doch möchte ich erst testen, ob mein "Fahrgestell" zwei Marathons in kurzer Zeit aushält. Vom Jungfrau-Marathon her weiss ich, dass ich über 5 Stunden unterwegs sein kann - 6 würde ich bestimmt auch schaffen. Aber 10 oder mehr?
    Das scheint heute noch so unwirklich wie vor 9 Jahren 42.195 km :-)
    Danke für deine Ermutigung - ich sammle bei dir gerne noch etwas Inspiration und Begeisterung!

    Mit ein paar abendlichen Sonnenstrahlen aus dem Bieler 100er Land grüsse ich dich
    Marianne

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  4. Musst ja keine 10 Stunden und mehr unterwegs sein, ich habe meinen schnellsten 100-er in 9:23 absolviert - also - nur Mut !! ;)

    Trau' dich, der Mensch kann viel mehr, als er sich zutraut, das habe ich erfahren dürfen, Voraussetzung allerdings, dass ein gutes Fundament geschaffen wurde - und das hast du !!

    In Biel war damals eine schreckliche Nacht: Gewitter von Anfang bis Ende, Wege mutierten zu Schlammbächen, ich verlor 6 Zehennägel, irgendwie ein Albtraum, darum bin ich nie wieder dort gelaufen, weil ich Angst hatte, das noch einmal erleben zu müssen !!

    Die Sonne scheint an der Ostsee !!

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  5. "Der Mensch kann viel mehr, als er sich zutraut...", das habe ich heute so ähnlich schon mal gelesen ;-)
    "Wir haben schier unendliche körperliche und mentale Kapazitäten, wenn wir sie nur endlich entdecken würden." In Artikel zu Race Across America.

    Doch unter 10 Stunden würde ich es mit meiner Marathon PB von 3:20 (April 2013 - 3:24) beim ersten Mal kaum schaffen, denke ich ;-)

    Schön, dass du mir Mut machst - er nimmt langsam zu. Doch ich will auf meinen Schwachpunkt aufpassen. Wie ich gelesen habe, kennst du diesen auch sehr gut, den Piriformis - diesen "pirifiesen" Kerl ;-)!
    Ich hab den selben Irr- und Umweg wie du hinter mir, konnte von November 2009 bis Mai 2011 an keinem Marathon mehr teilnehmen.
    Seither bin ich (Physiotherapeut sei Dank!!!) 9 x über diese Distanz gelaufen, 5 x zum Geniessen, 4 x schnell, darunter meine 3 allerschnellsten Marathons :-))
    Dieses Wohlgefühl in meinen Beinen möchte ich nie mehr gefährden oder verlieren ;-)

    Nach dem Hineinschnuppern in die Nacht der Nächte, werde ich klüger sein und mich entscheiden! Ich hoffe, wir werden eine freundlichere Nacht haben als du damals. Mit Gewittern ist nicht zu spassen!

    Für Sonne reicht es hier nicht. Aber ich seh ein Fleckchen blauen Himmel (bei 8° im Mai - brrr) :-)

    Geniess die Sonne!
    Gruss aus der Schweiz

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