Sonntag, 17. Februar 2013

Zwei sehr spezielle Longruns

Den ganzen Tag waren wir heute draussen. Erst besuchten wir unsere vierbeinigen Langstrecken-Läufer-Freunde, die tüchtigen Sibirischen Huskies von Donalds und Marias Husky-Hof in Ekorrsele. 

Freudig schenken die Huskies ihre Kraft den Touristen. Sie ziehen die schweren Tourenschlitten eifrig und voller Begeisterung dutzende von Kilometer weit durch die unberührte Wald-Moor-Seen- und Fluss-Landschaft. Wir starteten bei etwa -9° und waren dick eingemummt während ihres Longruns auch ein wenig gefordert. Das Bremsen, Steuern, Ausbalancieren und bergauf Schieben des Schlittens kostet Kraft. Hauptsächlich durften wir aber einfach geniessen! 

Es ist unbeschreiblich schön, auf einer Hundeschlitten Tour durch die einsame, beindruckende Landschaft zu gleiten. Ausser dem leisen Knarren des Holzschlittens, dem sanften Zischen der Kufen und dem Klingeln der Haken am Zuggeschirr der Huskies ist es absolut ruhig. Ihr flinkes Traben auf dem knirschenden Schnee ist kaum zu hören, und sie sind beim Laufen ganz still. Ich habe geschrieben, so eine Husky-Tour sei unbeschreiblich schön - deshalb lasse ich heute vor allem Bilder sprechen.




Die Männer waren heute Hähne im Korb. Wir waren mit dem "Frauen"-Team des Husky Rudels unterwegs. Andi mit Denali und Wichita als Leaddogs, Nulli sowie Tenino mit ihrer knapp einjährigen Tochter Ruby.


Zur Mittagsrast gings hinunter auf den zugefrorenen Fluss Vindelälven.






Das war mein tüchtiges Team Sigyn und Luta, die unermüdlichen Leaderinnen, Tettegouche und Anasazi sowie die junge, schwarze Sokoke.




Das Mittagessen (Lachs-Spinat-Pasta-Eintopf) passte wunderbar zu unserem eigenen Longrun-Vorhaben. Es schmeckt nirgendwo besser, als vom offenen Feuer in der Wildnis.



Die Hunde hatten bald genug gesonnt und konnten es kaum erwarten, weiterzulaufen. Wir hätten die zugefrorene Fluss-Landschaft noch lange auf uns wirken lassen können.




Nach vier Stunden und etwa 25 zurückgelegten Kilometern waren wir wieder zurück in Ekorrsele.

Jetzt waren wir an der Reihe. Das Thermometer zeigte nur noch -3 Grad an, und wir konnten kurz nach zwei Uhr in unserer normalen Winter-Ausrüstung starten. Die Ice-Bugs waren aber nötig. Denn die Nebenstrasse war total vereist oder schneebedeckt.
Wir planten dem Vindelälven entlang eine Wendestrecke zu laufen - 13.5 Kilometer flussabwärts und wieder zurück. 



Zuerst ging's vorbei an bekannten, kleinen Weilern mit ein paar verstreuten, im Winter oft unbewohnten Häusern. Zu unserer Rechten begleitete uns der zugefrorene Fluss. Ab und zu war sein braunes Wassen zu sehen. Denn überall wo es Stromschnellen hat, friert er nicht ganz zu. In der Ferne versankt die Sonne sehr langsam hinter den bewaldeten Hügeln. Und unser Weg wurde immer einsamer. Über weite Strecken ging's schnurgerade und immer leicht auf und ab durch undurchdringlich scheinenden, tief verschneiten Wald. 




Plötzlich bemerkten wir eine kaum wahrnehmbare Bewegung zwischen den Bäumen. Gut getarnt mit ihrem beige-weissen Fell suchten ein paar Rentiere unter dem Schnee nach Flechten und Moos. 



Nach über 10 Kilometern erreichten wir einen kleinen Flecken Zivilisation. Das Dörfchen Strycksele besteht aus schönen Holzhäusern, welche in den typischen Farben gelb, rot und blau gestrichen sind. Es liegt etwas erhöht über dem Vindelälven und bietet einen herrliche Aussicht über das wilde Fluss-Tal.





Auf dem Rückweg machte der Akku des Foto-Apparates schlapp. Für ein Bild vom Renn-"Tier" mit Rentier-Schild hat es noch gereicht. Aber die nächste Begegnung mit diesen grossen Tieren konnten wir nicht mehr bildlich festhalten.



Unsere Energie ging nicht so schnell zur Neige. Und abgesehen von der dicken Blase, die mir meine Ice-Bugs bescherten, erschien uns der Rückweg flussaufwärts nicht mühsamer als die erste Streckenhälfte. Schön war es trotzdem, als nach einem langen Waldstück die wenigen Lichter von Ekorrsele am Ende des "Wald-Tunnels" auftauchten.

27 km Longrun 5:40 Min./km / Puls 140
+/- ca. 120 hm / -3° leicht bedeckt / Strasse eisig
Track http://connect.garmin.com/activity/274545609

Kommentare:

  1. Hej Marianne

    Die Bilder eurer Husky-Tour sehen sensationell aus, vor allem wenn man sie vor dem warmen Kaminfeuer ansehen kann :-)
    Auf der AuroraBorealis Website habe ich die Sportart "Forsränning" gesehen.... das wäre schon eher was für mich, obwohl, da könnte es auch kalt werden :-)

    Viele Grüsse, Hugo

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  2. Hej Hugo
    Mit Schweizer Winterausrüstung + AuroraBorealis-Overall wird einem auch bei vielen Minusgraden so warm wie am warmen Kaminfeuer ;-)
    Ins Rafting-Boot haben wir es noch nie gewagt. Im Sommer bin ich ein "Gfrörli" und schaue lieber vom Ufer aus zu, wie sich die mutigen Paddler durch die oft lange kalten Fluten des Vindelälven kämpfen :-)
    Esther ist zwar fasziniert vom "Forsränning" und sagt man schwitze im Neopren-Anzug ;-)
    Gruss Marianne

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